IdéeSport Geschichte

Polizei im MidnightSports

Während der Startphase des MidnightSports spielte die Polizei eine zentrale Rolle. Die Anwesenheit und aktive Teilnahme auf dem Basketballfeld der Polizei-Aspirant*innen nahm den kritischen Stimmen des Projekts den Wind aus den Segeln. Auch heute besuchen Polizist*innen sporadisch die Projektabende, um mit den Jugendlichen Sport zu treiben und die Beziehung zu ihnen zu pflegen. Da die vermeintliche Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen ausblieb und die Projekte ruhig verliefen, bedarf es keiner regelmässigen Präsenz der Polizei. Christian Wolf, Polizist in Zürich, berichtete in der Saison 2013/14 über seine Erlebnisse als Polizist in den MidnightSports.

Christian, was war dein erster Kontakt mit dem MidnightSports?
Im Rahmen meines Dienstes zeige ich seit Juni 2010 regelmässig Präsenz im Midnight. Da die Teilnehmerzahlen und der Altersdurchschnitt zu dieser Zeit hoch waren, kam es vermehrt zu Meldungen aus der Nachbarschaft.

Welches war dein erster Eindruck?
Die Projektleitung hatte die Situation im Griff und konnte auch in schwierigen Situationen adäquat reagieren. Grundsätzlich fand ich das Angebot für Jugendliche eine gute Sache. Durch die gezielte Zusammenarbeit mit dem Projektleiter konnte die Situation entschärft werden und ich lernte das Team und die jugendlichen Teilnehmenden besser kennen.

Die Jugend wird oft als arrogant, egozentrisch und faul wahrgenommen – was sind diesbezüglich deine Erfahrungen?
Aus meiner Sicht stimmt diese Aussage nur zum Teil. Sicher gibt es immer schwarze Schafe. Was mir auffällt, ist, dass immer jüngere Jugendliche ein freches bis provozierendes Auftreten haben. Ich habe bei meiner Arbeit jedoch die Erfahrung gemacht, dass, wenn man sich für sie Zeit und ihre Anliegen ernst nimmt, man auch weniger Probleme mit ihnen hat. Man muss den Jugendlichen auch etwas anbieten und nicht immer nur verbieten. Jeder macht Fehler. Wichtig ist, dass man eine zweite Chance erhält.

Wieso hat deines Erachtens Midnight bei den Jugendlichen Erfolg?
Aus meiner Sicht ist Midnight ein Ort, der Jugendlichen die Möglichkeit gibt, einen Abend selber mitzugestalten und sich z.B. als Juniorcoach persönlich einzubringen. Sie haben die Gelegenheit, selber Verantwortung zu übernehmen und die damit verbundenen positiven und negativen Erfahrungen zu machen.

Erlebst du die Jugendlichen im Alltag anders als im Midnight?
Ich habe grundsätzlich ein sehr offenes Verhältnis zu den Jugendlichen. Die Juniorcoachs des Midnight duzen mich. Ich habe schon erlebt, dass ein Jugendlicher, der mir gegenüber sehr frech und provokativ war, mich im Midnight in einer Diskussion mit anderen Jugendlichen unterstützte und versuchte, an die Vernunft seiner Kollegen zu appellieren. Der Versuch, zwei polizeilich auffällig gewordene Jugendliche ins Midnight-Leitungsteam zu integrieren, ist bei einem gelungen, beim anderen leider nicht. Wichtig ist, dass man ihnen den Rahmen des von ihnen geforderten Verhaltens im Midnight klar aufgezeigt und kontrolliert.

Welche Chancen bietet Midnight für deine Arbeit als Polizist?
Für mich ist der Austausch mit den Jugendlichen vor Ort wichtig und die Midnight-Anlässe sind dafür ein guter Rahmen. So habe ich die Möglichkeit, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Ich hoffe, dass das Projekt noch lange Bestand hat. Wenn ich mir überlege, wo meine Töchter im entsprechenden Alter ihre Samstagabende verbringen könnten, würde ich sie mit einem guten Gefühl ins Midnight schicken. Persönlich würde ich gerne noch mehr Zeit investieren, z.B. als Coach in der Halle.

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