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Gemeinsam bewegen dank jugendlichen Brückenbauern

08/06/2020

Gemeinsame Bewegungsangebote für Kinder mit und ohne Behinderung im Primarschulalter sind selten in der Schweiz. Eines davon heisst «OpenSunday» und zieht positive Bilanz: mehr als ein Kind mit Handicap pro Veranstaltung bewegte sich gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung. «OpenSunday» setzt dabei erfolgreich auf jugendliche Brückenbauer.

Sich austoben, mit Gleichaltrigen spielen, die Zeit vergessen. Das sind alltägliche Wünsche von Kindern im Primarschulalter. Mitbestimmen bei der Spieleauswahl, helfen beim Aufräumen, freies Kommen und Gehen: Dinge, die Kinder im Primarschulalter gerne tun. Beim «OpenSunday» erfüllen sich während den Wintermonaten diese Wünsche und Bedürfnisse von Primarschulkindern. Von Oktober bis April öffnet die Stiftung IdéeSport an Sonntagen in 45 Sporthallen der Schweiz die Türen für Kinder im Primarschulalter – mit und ohne Behinderung.

Schulung der Coachs
Seit dem Januar 2019 gilt dieses Angebot an mehr und mehr Standorten auch für Kinder mit Behinderung: In Basel, Bern, Bülach, Olten, Zürich und Pully wurden explizit auch Kinder mit Behinderung angesprochen, am Bewegungsangebot teilzunehmen. Dieses wird, wie die anderen Programme von IdéeSport, von Erwachsenen und Jugendlichen Betreuungspersonen geleitet. «An einem Nachmittag Kinder mit und ohne Behinderung in der Halle zu haben ist eine grosse Herausforderung – das ist es Wert!» sagt ein jugendlicher Coach vom OpenSunday in Pully, VD. Zu Beginn der Saison wurden die verschiedenen Teams durch die Fachorganisation Procap in einer Schulung zum Thema Inklusion auf ihre Aufgaben vorbereitet.

«Was machst du im Winter, wenn es schneit?»
Sebastian Büttiker arbeitet bei Procap Schweiz, dem grössten Mitgliederverband von und für Menschen mit Behinderungen in der Schweiz, und hilft bei der Ausbildung der jugendlichen Coachs von IdéeSport mit. «Wir versuchen den Jugendlichen zu helfen, das OpenSunday für Kinder mit und ohne Handicap gleichzeitig zu verbessern. Der Umgang mit Kindern mit Behinderung ist für die meisten neu». Er selbst sitzt im Rollstuhl. Bei der Fragerunde während einer Schulung fragte ihn ein Jugendlicher, wie er denn mit dem Schnee im Winter umgehe? «Freude habe ich definitiv keine! Es ist sehr mühsam, deshalb frage ich in diesem Falle oft um Hilfe. Ansonsten bin ich sehr autonom unterwegs.»

Viele Teilnehmende – mit Luft nach oben an neuen Standorten
An den sechs OpenSunday-Standorten konnten von Oktober 2019 bis März 2020 an 86 Veranstaltungen insgesamt 146 Besuche von Kindern mit Behinderung verzeichnet werden. Dies übertreffe die Erwartungen, meint Samuel Sigrist, Fachverantwortlicher bei IdéeSport. Es gebe aber noch Luft nach oben: «Die Leute müssen sich zuerst an ein Angebot gewöhnen, das gleichzeitig für Kinder mit und ohne Behinderung geöffnet ist. Das braucht Zeit und vor allem auch Vertrauen, sein Kind in die Hände von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu geben. Wir glauben aber, dass diese sehr gute Brückenbauer sind!» So erhofft sich Sigrist in der kommenden Saison auch an den neuen Standorten Besuche vieler Kinder mit und ohne Handicap. Zu den aktuellen Inklusiv-Standorten hinzukommen werden die OpenSundays in Eglisau, Hinterkappelen, Landquart, Riehen, Fribourg und Le Locle.

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