Olten, August 2026 – Das im Januar 2026 lancierte Programm läuft über 30 Monate und vereint verschiedene Partner aus der Lombardei, dem Piemont und dem Kanton Tessin, darunter die Stiftung IdéeSport.
Strategische Relevanz und Ziele des Projekts
Die zunehmende Verbreitung von Einsamkeit, Unsicherheit und Ängsten im Zusammenhang mit globalen Krisen wirkt sich erheblich auf das psychische Wohlbefinden der Menschen und damit auch auf ihre Lebensqualität und sozialen Beziehungen aus. Wie zahlreiche Studien zeigen, gehören Jugendliche zu den Bevölkerungsgruppen, die besonders stark von psychischen Belastungen betroffen sind. Fälle von Depressionen, Angstzuständen und sozialer Isolation nehmen zu.
Hier setzt JoyfulAgain an. Ziel des Projekts ist es, die Fähigkeiten von Organisationen und die Kompetenzen von Fachpersonen in Italien und der Schweiz in der Förderung der psychischen Gesundheit und der Prävention psychischer Belastungen bei Jugendlichen zu stärken. Dabei wird ein ganzheitlicher und interdisziplinärer Ansatz verfolgt. Grundlage des Projekts ist die Überzeugung, dass psychische und körperliche Gesundheit nicht einfach die Abwesenheit von Leiden bedeutet, sondern auch die Möglichkeit umfasst, ein erfülltes, authentisches und sinnstiftendes Leben zu führen.
Das Programm richtet sich an 150 Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren aus dem Piemont, der Lombardei und dem Kanton Tessin. Angesprochen sind Jugendliche, die Belastungssituationen, Ängste oder Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen erleben oder das Bedürfnis haben, sich über ihre Gefühle auszutauschen, die sie oftmals nur schwer ausdrücken können. Die Teilnahme am Programm ist freiwillig.
Die vier Massnahmen von JoyfulAgain
Der ganzheitliche Ansatz von JoyfulAgain umfasst vier eng miteinander verbundene Massnahmen. Sie werden von einem interdisziplinären Team begleitet und zeichnen sich durch einen starken Fokus auf Partizipation und gegenseitige Unterstützung unter Gleichaltrigen aus.
Die erste Massnahme sieht vor, jedem Jugendlichen eine sogenannte Link-Worker-Fachperson zur Seite zu stellen. Dabei handelt es sich um ein neues Berufsprofil, das die teilnehmende Person während des gesamten Programms begleitet. Die Link-Worker-Fachperson unterstützt die Jugendlichen dabei, ihre Ressourcen, Wünsche und persönlichen Ziele zu erkennen und zu stärken und gleichzeitig mögliche Schwierigkeiten oder Belastungen zu identifizieren. Gemeinsam mit der Jugendlichen bzw. dem Jugendlichen entwickelt sie einen individuell abgestimmten Weg innerhalb des Programms. Darüber hinaus stellt die Link-Worker-Fachperson Verbindungen zu Angeboten, Dienstleistungen und Ressourcen in der Region her, die auch über die Projektdauer hinaus auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen können. Durch ihre Fähigkeit, lokale und regionale Netzwerke zu aktivieren und zu koordinieren, spielt sie eine zentrale Rolle für die nachhaltige Wirkung des Projekts.
Eine zweite Aktivität sind die sogenannten Healing Circles. Dabei handelt es sich um Reihen von fünf oder sechs Peer-Support-Treffen, die in einem geschützten Rahmen stattfinden. In diesen Räumen können kleine Gruppen von Jugendlichen Gefühle, Erfahrungen und Schwierigkeiten ausdrücken und miteinander teilen, ohne Angst haben zu müssen, dafür beurteilt zu werden. Die Treffen werden von einer erwachsenen Person moderiert. Innerhalb gemeinsam vereinbarter Regeln entscheiden die Teilnehmenden selbst, welche Themen sie ansprechen und wie viel sie von sich erzählen möchten. Der Begriff Healing steht dabei für “Heilung “ oder “heilsam” jedoch nicht für eine medizinische Behandlung: Es handelt sich nicht um eine Therapie.
Zu den Aktivitäten des Projekts gehört zudem MidnightSports, ein Programm, das IdéeSport seit 1999 erfolgreich in der Schweiz umsetzt und das im Rahmen von JoyfulAgain auch von den italienischen Partnern übernommen wird. Bei den Abenden, die im Zeichen von Sport und Spiel stehen, haben Jugendliche die Möglichkeit, gemeinsam unterschiedliche Aktivitäten auszuüben. Im Vordergrund stehen dabei Inklusion und gemeinsames Erleben statt Leistung.
Das Angebot fördert die soziale Inklusion, stärkt psychosoziale Kompetenzen und soziale Beziehungen und leistet somit einen positiven Beitrag zur psychischen Gesundheit und zum Wohlbefinden. Besonders wichtig ist der partizipative Ansatz: Mit Unterstützung von jungen Coachs wählen die Teilnehmenden selbst aus, welche Aktivitäten stattfinden und können die Räume ihren Bedürfnissen und Interessen entsprechend gestalten.
Die vierte Massnahme umfasst Forest Bathing (“Waldbaden”): von zertifizierten Fachpersonen begleitete Naturerlebnisse, bei denen die bewusste Wahrnehmung und das Eintauchen in die Natur im Mittelpunkt stehen. Ziel dieser Aktivitäten ist es, Stress zu reduzieren, die Atmung zu verbessern und das psychische und körperliche Wohlbefinden zu fördern. Die Angebote richten sich an Gruppen von rund zehn Personen und beinhalten auch kurze Lerneinheiten, insbesondere zum Erkennen und zum Umgang mit Emotionen.
Die Projektpartner
In der Schweiz:
In Italien: